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Diagnose: Leismaniose

Diagnose: Leismaniose
Ein Artikel von: Jennifer Overmeier
Diagnose: Leismaniose
Die canine Leishmaniose ist eine gefährliche, oft tödlich verlaufende Erkrankung beim Hund. Doch Sie können Ihren Liebling schützen.

Ausgelöst wird diese Krankheit durch einzellige Parasiten (Leishmania infantum), die über den Stich von Sandmücken in die Blutbahn des Hundes gelangen. Ähnlich wie der Malaria-Erreger, der ebenfalls von bestimmten Mückenarten auf den Menschen übertragen wird. Der Erreger siedelt sich in Zellen im Blut, in der Haut und in Organen des Hundes an, vermehrt sich hier und führt so zu einem Zelluntergang und gesundheitlichen Schäden. 

Krankheitsbild:
Die Formen und Auswirkungen der Leishmaniose sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von einfachen Hautveränderungen bis hin zur tödlichen Allgemeinerkrankung. Meist beginnt die Erkrankung mit Haarverlust, starker Schuppenbildung und kleinen offenen Wunden, besonders um Augen und Schnauze herum. Später dehnen sich diese Anzeichen auf die Hinterbeine und den gesamten Körper des Hundes aus. Das Tier verliert seinen Appetit und nimmt deutlich ab. Auch Augenläsionen, Durchfall und Nasenbluten können auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu einer Blutarmut (Anämie) und schweren Nierenschäden, was zum Tode des Hundes führen kann.

Wie kann sich ein Hund anstecken?
übertragen werden die Leishmaniose-Erreger durch den Stich winziger Sandmücken. Diese Mücken sind nur rund zwei bis vier Millimeter klein und auf der Haut fast unsichtbar. Aufgrund ihrer Flügelhaltung werden sie auch Schmetterlings- oder Engelsmücken genannt. Sie sind in den Monaten Mai bis Oktober unterwegs und nur nachts aktiv, also von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang.

Sie stechen vor allem im Freien, aber auch in Wohn- und Schlafräumen. Vorrangig leben diese Mücken in den Ländern des Mittelmeerraumes wie Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Malta, Griechenland und Türkei, aber auch in ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko. In den letzten Jahren wurden auch in anderen Regionen, sogar in Deutschland, Mücken gefunden, die als Leishmaniose-überträger in Frage kommen.

Ein Hund kann sich überall dort anstecken, wo mit Leishmaniose-Erregern infizierte Sandmücken vorkommen. Deutsche Hunde sind also vor allem auf Reisen in die oben genannten Regionen gefährdet.

Wie kann ich meinen Hund schützen?
Viele Hundehalter haben bisher gänzlich auf eine Urlaubsreise mit ihrem Hund in gefährdete Gebiete verzichtet. Dies ist jedoch nicht notwendig. Werden einige Verhaltensregeln beachtet und trägt der Hund das neu zugelassene Protectorband, ist das Risiko der Ansteckung stark vermindert.

Zunächst wird empfohlen, sich mit dem Hund nach Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang nicht dort aufzuhalten, wo die überträger-Mücken zu erwarten sind. Da Sandmücken windempfindlich sind, ist gegen einen abendlichen Spaziergang am Strand nichts einzuwenden. Auch in Schlafräumen ab dem zweiten Stockwerk besteht kaum die Gefahr, Sandmücken anzutreffen. Kritisch sind all die Regionen, die einige hundert Meter vom Strand entfernt sind und nicht mehrere Meter über dem Boden liegen.

Der Versuch, einen Hund durch Einreiben mit Anti-Mücken-Lotionen zu schützen, gestaltet sich schwierig. Erstens sind derzeit erhältliche Lotionen meist nicht konzentriert genug, um einen sicheren Schutz zu gewährleisten. Zweitens stechen die Mücken Hunde bevorzugt in Hautregionen um die Ohren, die Augen, die Schnauze und die Genitalien herum. Anti-Mücken-Lotionen sind hier nur schwer aufzutragen, ohne den Hund dabei zu belästigen oder gar zu gefährden. Nicht zuletzt muss der Schutz mit einer Lotion alle vier Stunden aufgefrischt werden, was relativ aufwendig ist.

Manche Hundehalter versuchen, den Schlafbereich des Hundes mit Moskitonetzen zu schützen. Wirkungsvoll scheint dies jedoch nur zu sein, wenn die Maschen des Netzes enger als einen halben Millimeter gefertigt sind und das Netz darüber hinaus mit einer Anti-Mücken-Lotion imprägniert wird. Letzteres ist aber nur dann möglich, wenn das Moskitonetz nicht aus Kunstfasern sondern aus Naturfasern gefertigt ist. Feinmaschige Naturfasernetze sind jedoch derzeit nicht erhältlich. Der Schutz durch herkömmliche Moskitonetze beträgt leider nur knapp 70 Prozent, in manchen Regionen ist die Schutzwirkung sogar gleich Null.

Seit diesem Frühjahr ist nun ein Protectorband zugelassen worden, dass den Hund über 6 Monate lang zu 90-100 Prozent vor den Stichen der Sandmücken und damit vor der übertragung des Leishmaniose-Erregers schützt. Das Protectorband sollte zwei Wochen vor Reiseantritt angelegt werden, damit es seine Schutzwirkung entfalten kann. Die Wirkung bleibt über rund 6 Monate bestehen.

Diagnose und Behandlung:
Wird ein Hund von einer Sandmücke gestochen und überträgt die Mücke mit ihrem Speichel den Leishmaniose-Erreger, so erkrankt der Hund nicht sogleich.

Es dauert mindestens drei Monate, oft sogar ein Jahr oder länger, bis die Erkrankung ausbricht. Hundehalter, die den Verdacht haben, dass Ihr Hund sich mit dem Leishmaniose-Erreger angesteckt hat, sollten umgehend eine Tierarztpraxis aufsuchen.

Anhand einer Blut- oder Gewebeprobe kann im Labor festgestellt werden, ob die Sorge berechtigt ist.

Eine Behandlung mit Medikamenten ist möglich. Sie dauert jedoch meist mehrere Wochen und ist recht zeit- und kostenaufwendig. Leider kommt es nach der Behandlung häufig auch zu Rückfällen.

Kann sich auch der Mensch anstecken?
Grundsätzlich können auch Mensch an der Leishmaniose erkranken. In Europa kommt die Erkrankung sehr selten vor, wenn, dann hauptsächlich bei immungeschwächten Personen. Die Behandlung der Leishmaniose beim Menschen ist relativ einfach und führt in der Regel zu einer endgültigen Heilung.


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Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Autors!









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