
Ob im Internet, in der Zeitung, im Radio oder im Fernsehen, der neue ”First
dog“ beherrschte in den vergangen Tagen die Medien.
Tierschützer befürchten nicht unberechtigt einen Massenansturm auf die bisher
unbekannte Rasse des Portugiesischen Wasserhundes und vielen unüberlegten
Käufen.
Die ersten Züchter melden ”ausverkauft". Viele solcher Modetiere kommen nach
kurzer Zeit ins Tierheim, weil die Halter dem Tier schnell überdrüssig werden
oder mit der Haltung überfordert sind. Wer ein Tier als Familienmitglied
aufnehmen möchte, sollte sich vorher ausführlich informieren und sich
anschließend im örtlichen Tierheim erkundigen.
In den vergangenen Jahren konnten die Tierheime und Tierschutzorganisationen
immer wieder die tragischen Folgen von ”tierischen Modetrends“ spüren. Nach
dem Kinofilm ”101 Dalmatiner" gab es eine wahre Dalmatinerschwemme, ebenso
erging es der Bordeaux Dogge nach ”Scott & Huutsch“. Massenzüchter passen sich
diesen Trend relativ schnell an und produzieren ein ”Rasse“–Tier nach dem
anderen, die Folgen sind frappierend für die Tiere. Die Hündinnen werden als
Gebärmaschinen missbraucht, die Welpen aus diesen ”Tierfabriken" sind oft
krank und werden zu Dumpingpreisen an den Mann gebracht.
Auch andere Tierarten wurden durch Filme und Werbung zu beliebten Stars. Ein
Beispiel dafür ist der Clownfisch, auf den durch den Film ”Nemo" ein
Massenansturm einsetzte. Wenn die Schlagzeilen nachlassen, lässt leider oft
auch die Begeisterung nach. Das Tier wird dann schnell zum Opfer menschlicher
Modetrends.
Der Portugiesische Wasserhund ist ein Rassehund mit besonderen Ansprüchen, der
z. B. viel Auslauf benötigt. Das führt nach kurzer Zeit der Begeisterung oft
zu Problemen.
”In den uns angeschlossenen Tierheimen warten Tausende tolle Hunde auf ein
neues Zuhause. Wir raten, sich nicht von einer Massenhysterie anstecken zu
lassen und in aller Ruhe zu überlegen. Ein Tier ist kein Modeaccessoire", so
Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes.