
Der Haushund liegt mit geschlossenen Augen in seiner Hütte und wedelt mit
dem Schwanz. Die Katze schnurrt, doch sie scheint tief zu schlafen.
Daß Menschen träumen und sich dabei manchmal auch bewegen oder Laute von sich
geben, ist bekannt. Aber können Tiere träumen?>
"Auch Tiere verarbeiten ihre Erlebnisse im Schlaf", sagt die Tierpsychologin
Gabriele Zuske. Wie beim Menschen gebe es auch bei Säugetieren den "REM-Schlaf",
eine Schlafphase, die bekanntlich durch schnelle Augenbewegungen
gekennzeichnet ist (REM steht für "Rapid Eye Movement"). Die meisten Träume
finden in dieser Schlafphase statt.
Bei Delphinen gebe es die REM-Schlafphase allerdings nicht. "Da diese Tiere
zum Atmen regelmäßig an die Wasseroberfläche schwimmen müssen, schalten sie
zum Schlafen nur eine Gehirnhälfte aus", erläutert Zuske. Auch Enten könnten
dies bei Bedarf. Wenn sie sich nicht sicher fühlen, würden sie beim Ruhen nur
ein Auge schließen, so die Tierpsychologin.
Bei Ratten hätten Wissenschaftler dagegen herausgefunden, daß beim Laufen
durch ein Labyrinth dieselben Hirnwellen meßbar sind wie während des
Schlafens. "Die Forscher gehen also davon aus, daß die Tiere von dem Erlebnis
im Labyrinth träumen", betont Zuske.
Die Gefühlswelt von Insekten lasse sich mit menschlichen Maßstäben dagegen
nicht messen, ergänzt Veterinärmediziner Professor Ingo Nolte von der
Tierärztlichen Hochschule Hannover. "Säugetiere wie Elefanten und Pferde
dagegen können beispielsweise abstrahieren und Dinge wiedererkennen. Daher
kann man davon ausgehen, daß sie auch träumen", meint er.
Den Inhalt der Träume könne der Mensch allerdings nur anhand körperlicher
Äußerungen oder bestimmter Laute interpretieren. Nolte: "Wahrscheinlich sind
folglich nur aufregende Träume der Tiere für den Menschen ablesbar." (ddp.vwd)
Quelle: http://www.aerztezeitung.de