Obwohl Matz nur 5 Wochen bei uns sein durfte, hinterließ er
gewaltige Spuren bei uns. In der Zeit der Krankheit hatte ich
alles und jeden vernachlässigt von meinen Kinder und meinem Mann
angefangen, bis hin zu Lilli und meinen Freunden.
Ganz allmählich kehrte bei uns der Alltag ein, seine Decken, Körbe
und Spielseile wurden entsorgt. Man sollte meinen, dass dann alles
in Ordnung sei, aber mal wieder wurden wir eines besseren belehrt.
Nach 3 Wochen ohne Matz machte Lilli eine Wesensveränderung durch,
plötzlich war kein Spaziergang mehr mit ihr in entspannter Ruhe,
sondern Lilli war unter ständiger Anspannung. Wie sich das
äußerte?
Kein Hund durfte auch nur in meine Nähe kommen, wurde verbellt,
angeknurrt und gerempelt. Ich war sprachlos, denn so kannte ich
meine Hündin gar nicht. Ich war plötzlich zu einer „Der tut
nichts“ -Halterin mutiert!
Vor allem jüngere Hündinnen und unsichere Hunde waren ein
gefundenes Fressen für sie.
Ich konnte es mir anfangs gar nicht erklären, was dieses Verhalten
sollte, denn eigentlich war Lilli eine sehr sozialverträgliche
Hündin, die lieber den unteren Weg ging.
In vielen Gesprächen mit Leuten, die ein fundiertes Wissen über
Hunde haben, kam ans Licht, dass Lilli vielleicht den Eindruck
haben könnte, dass ihr Frauchen nicht mehr auf sich allein
aufpassen könne.
Aber wie sollte ich ihr das vermitteln? Denn ich kann sehr wohl
auf mich aufpassen!
Wenn Sie nun denken, dass an dieser Stelle eine Lösung ans Licht
kommt, muss ich sie enttäuschen. Ich hatte und habe keine Lösung
zu diesem Problem und kann es mir bis dato nicht erklären, es hat
sich wieder von allein eingespielt.
Nach 3 Wochen Rumgepöbel mit anderen Hunden war auf einmal wieder
die alte Lilli da. Ich denke es ist bei Hunden genauso wie bei
Menschen, jeder trauert auf seine Weise und Lilli tat es halt so!
Eine liebe Bekannte, die eine sehr gute Hundeschule hat, erzählte
ich von diesem Verhalten und sie fragt mich prompt, ob Lilli den
kleinen Matz tot gesehen hatte. Ich musste dies verneinen, denn
ich war mir nicht bewusst, dass dies wichtig sei.
Aber es wäre wichtig gewesen, auch Hunde brauchen scheinbar diesen
Moment des Abschieds um in ihren Köpfen zu speichern, dass der
andere einfach nicht mehr da ist.
Merken sich die, wenn in Ihrem Rudel mal eine Fellnase gehen muss.