
Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten e.V.“ hat den illegalen und
skrupellosen Handel mit Hundewelpen in Slubice (Polen) aufgedeckt. Direkt
hinter der ehemaligen Grenzübergang Frankfurt/Oder bieten Händler dort auf dem
Wochenmarkt die Ware Hund an.
Die auf dem Markt angebotenen Welpen sind erst ein paar Wochen alt und wurden
den Muttertieren viel zu früh weggenommen.
Gemeinsam mit einem NDR-Reporterteam machte sich Tierschützerin Birgitt
Thiesmann auf den Weg nach Slubice, um das Treiben der dortigen Händler
festzuhalten.
Erschüttert, entsetzt und wütend filmt das Team Welpen, die fiepend und
zitternd in schäbigen Kofferräumen und gammeligen Pappkartons, ohne Wasser und
Futter, zum Kauf angeboten wurden.
Immer wieder zerrten die Verkäufer und Interessent die kleinen Hunde hervor,
um sie zu begutachten.
Birgitt Thiesmann erklärt dazu, dass Tiere die nicht verkauft würden,
hinterher getötet werden - durch Ertränken oder dadurch, dass sie anderen
Hunden zum Fraß vorgeworfen werden.
Der Handel mit reinrassigen Hunden boomt und Deutschland stellt einen der
Hauptabnehmer osteuropäischer Welpen dar. Erst im Februar hat die
Autobahnpolizei in der Nähe von Lübeck einen Händler angehalten, der 13 junge
Hunde aus Ungarn in seinem Auto geschmuggelt hatte.
Hunde aus Osteuropa werden hierzulande zu Scheuerpreisen angepriesen und in
Welpenstuben zum Kauf angeboten. Auch im Internet boomt der Handel, wer einen
jungen, billigen Hund sucht, braucht nur in den gängigen Plattformen im Netz
zu suchen und wird fündig.
In Slubice werden reinrassige Hunde schon ab 90 € angeboten, bei einem
seriösen Züchter würde man den zehnfachen Preis bezahlen.
Dass diese Hunde aber zum einen aus einer ethisch nicht vertretbaren
Massenproduktion stammen und zum anderen keine oder gefälschte Papiere haben,
wird bei den Käufern meistens nicht beachtet. Die meisten dieser Tiere sind
nicht geimpft und können somit auch Krankheitsüberträger sein, im schlimmsten
falle Überträger der Tollwut.
Die Organisation „Vier Pfoten“ warnt eindringlich vor dem Kauf osteuropäischer
Rassehunde: „Jeder, der einen Handel wie den in Slubice beobachtet, sollte
umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten und das Veterinär-Amt
benachrichtigen“, so Birgitt Thiesmann.
Wer aus Mitleid einen Hund aus dem Kofferraum kauft, der tut nur eines:
Den Handel mit den Welpen ankurbeln!
Bildquelle: Vier Pfoten e.V.