In einer Tierhandlung spielt ein zuckersüßer weißer Welpe hingebungsvoll mit
einer Gummimöhre. Als sein treuer Blick zufällig den von Penny streift, ist es
um das kleine Mädchen geschehen – sie weiß sofort: Der und kein anderer! Sie
nimmt den verspielten Vierbeiner, der einem amerikanischen Schäferhund ähnlich
sieht, mit zu sich und nennt ihn Bolt. Man ahnt – hier beginnt eine
Freundschaft fürs Leben.
Fünf Jahre später. Penny bekommt einen alarmierenden Anruf von ihrem Vater. Er
ist dem Superverbrecher Dr. Calico – einem niederträchtigen Wissenschaftler
mit einem grünen Auge und einer Vorliebe für fiese Katzen – in die Hände
gefallen. Pennys Vater kann seine Tochter allerdings noch kurz vor seiner
Verschleppung beruhigen: Er hat ihren treuen Hund Bolt genetisch verändert –
der Hund verfügt über Superkräfte! Und die muss der tapfere kleine Held gleich
anwenden. Auf der Suche nach Pennys Dad liefern sich das Mädchen und ihr Hund
eine atemberaubende Verfolgungsjagd mit Dutzenden von Calicos Handlangern auf
Motorrädern und in Hubschraubern, bei der Bolt die Gegner immer wieder durch
seine übernatürliche Stärke, seinen Laserblick, seine unfassbare Schnelligkeit
und letztlich durch sein alles vernichtendes Supergebell in Schach hält. Am
Ende der actiongeladenen Jagd liegen die Schufte am Boden. Wird Penny ihren
Vater jetzt gesund und munter wieder sehen…?
Schnitt. Das Surren der Kameras verstummt, Kulissen werden abgebaut, Statisten
in Motorradmontour klopfen sich den Staub von ihren Outfits. Eine neue
mitreißende Actionszene der TV-Serie „Bolt“ ist abgedreht. Alle Beteiligten
verschwinden in ihren Büros und Wohnwagen im Studio – auch Penny und Bolt. Der
Hund ist allerdings der Einzige, der im festen Glauben lebt, alles um ihn
herum sei echt. Seit Welptentagen lebt er im Studio und hat keine Ahnung, dass
er der Star einer TV-Serie ist, und dass seine Superkräfte nur die Ergebnisse
von Spezialeffekten sind. Allein Penny versucht immer wieder, Bolt aus der
Studiowelt heraus zu holen und mit zu sich nach Hause zu nehmen. Aber ihr
übereifriger Agent überzeugt sie jedes Mal, Bolt nicht aus seinem gewohnten
Umfeld zu entfernen – er wäre sonst kein glaubwürdiger Schauspieler mehr. Und
weil der treue Hund in dieser Hinsicht komplett ahnungslos und ein bisschen
naiv ist, wird er auch regelmäßig das Ziel des Spottes von zwei Katzen, die
Dr. Calicos Gefährten in der Serie spielen.
Die nächste Szene für die Serie wird gedreht. Die Handlung nähert sich ihrem
Höhepunkt: Auch Penny fällt dem Schuft Calico in die Hände. Bolt wird
ungewollt Zeuge der Entführung. Und weil er nun mal alles für real hält,
unternimmt er einen waghalsigen Rettungsversuch und jagt Penny hinterher.
Rumms! Er knallt im Sprung gegen eine Scheibe, prallt ab und fällt in einen
offenen Karton mit Styropor-Füllmasse, verliert die Besinnung – und wird
versehentlich in die Paketpost gegeben.
Bolt wacht in New York City wieder auf. Entschlossen, seine Besitzerin Penny
zu befreien und den Bösewicht zur Strecke zu bringen, springt er aus seinem
Karton – und ist verwirrt: Diese seltsamen Straßenschluchten, diese komischen
Hunde… all das hat er noch nie gesehen. Und auch seine Superkräfte scheinen in
dieser fremden Welt nicht funktionieren, was Bolt zunächst diesen komischen
Styropor-Stückchen zuschreibt – die scheinen eine ähnliche Wirkung auf ihn zu
haben wie Kryptonit auf Superman. Dennoch verfolgt Bolt unbeirrt seine
Mission. Und er hat schon einen Plan: Calico liebt Katzen, also muss er eine
Katze finden, die ihn zu dem wahnsinnigen Genie führt…
Dank dreier ziemlich schlicht gestrickter, aber ausgesprochen hilfsbereiter
Tauben findet Bolt die Helferin, die er braucht: Mittens ist eine
verschlagene, mit allen Wassern gewaschene Straßenkatze, die sämtliche Tauben
in der Nachbarschaft regelmäßig mit „Schutzgeld“-Erpressungen piesackt. Bolt
ist sofort überzeugt, dass ihm diese böse Katze helfen kann. Er zwingt die
völlig perplexe und ziemlich ahnungslose Mittens, ihm zu helfen – sie soll ihn
zu Dr. Calico und damit zu Penny bringen. Zur Genugtuung der Tauben schleift
Bolt seine unfreiwillige Begleiterin in einen Umzugswagen, auf dem groß und
deutlich „Hollywood“ geschrieben steht…
Die erste Station der beiden ungleichen Reisegefährten ist Ohio. Durch ein
Missgeschick fliegen Bolt und Mittens aus dem Truck und landen auf einer
grünen Wiese mitten im Nirgendwo. Bolt glaubt, er leide immer noch unter den
Nebenwirkungen der Styropor-Würmer – aber Mittens hat eine ganz andere
Erklärung für seine Schwäche: Bolt hat einen Mordshunger. Das unüberhörbare
Magenknurren ist für sie ein deutliches Anzeichen. Und sie weiß, wo hungrige
Reisende etwas zu Essen bekommen: Im Wohnwagenpark, den sie in der Nähe
wittert. Da aber bettelnde Katzen im Gegensatz zu Hunden meist nur einen
Fußtritt verpasst bekommen, erteilt sie Bolt einen kurzen Lehrgang im
Niedlich-Gucken – etwas, das Bolt Zeit seines bisherigen Lebens als
furchtloser Retter nie tun musste. Schon bald bettelt Bolt mit schräg
gehaltenem Kopf vor den Türen der Trailer um etwas Essbares. Mit
durchschlagendem Erfolg.
Diese Szenerie bleibt nicht unbeobachtet. Dino, ein fernsehsüchtiger,
gefrässiger Hamster kriegt sich fast nicht mehr ein, als er den Helden seiner
Lieblingsserie vor seiner Wohnwagentür entdeckt. Schnell klettert er in sein
Fortbewegungsmittel – eine Kugel aus Acryl – und rollt nach draußen. Als er
Bolt damit konfrontiert, dass er der größte Fan von ihm und seiner Serie sei,
versteht Bolt nur Bahnhof. TV Serie? Fernsehstar? Was will dieses Fellknäuel
von ihm? Aber Katze Mittens geht so langsam ein Licht auf, wer der Hund an
ihrer Seite ist. Wer weiß, wozu das Wissen mal nützlich sein kann. Und so
lässt sie es auch zu, dass sich der hyperventilierende Hamster zu ihnen
gesellt, um sie bei ihrer Mission, Penny zu finden, zu unterstützen.
Das Trio setzt die Reise Richtung Kalifornien in einem Zug fort – aber auch
diese Etappe endet im Nirgendwo. Schlimmer noch: Die Streuner werden von einem
Tierfänger erwischt und in ein Tierheim verfrachtet. Hier konfrontiert Mittens
Bolt erstmals mit der Tatsache, dass er vielleicht gar nicht wirklich über
Superkräfte verfügt, sondern eben nur der Star einer TV-Serie ist. Aber Bolt
will davon nichts hören – auch nicht, als sein Laserblick ein weiteres Mal
nicht funktioniert und sein entschlossener Ausbruchsversuch scheitert…
In Hollywood muss die Show derweil weitergehen: Während Penny sich daheim
immer größere Sorgen um ihren treuen Freund Bolt macht, wurde von der
Produktion der Serie bereits ein Ersatzhund besorgt. Auch der Agent von Penny
meint, dass die Serie unbedingt weiter gedreht werden muss – und der „neue“
Bolt sieht dem Original zum Verwechseln ähnlich…
Tausende von Meilen entfernt startet ein kleiner, unscheinbarer Hamster in
einer Plastikkugel eine spektakuläre Befreiungsaktion: Todesmutig entert Dino
das Tierheim und rettet Bolt aus seinem Käfig. Mittlerweile hat sich der
desillusionierte TV-Star mit der Realität abgefunden – aber auch, wenn Bolt
seine Superkräfte in der wahren Welt eingebüßt hat: Seinen Mut und seine Ehre
kann ihm niemand nehmen. Und er ist entschlossen, auch Mittens aus dem
Tierheim zu befreien. Auch Dino ist mit von der Partie. Die anschließende
Rettungsaktion ist eines echten Superhelden würdig und endet in einer feurigen
Zerstörungsorgie…
Frohen Mutes tritt das ungleiche Trio die Weiterreise an. Auf einer langen
Fahrt, auf der Bolt, Mittens und Dino als blinde Passagiere in einem mobilen
Haus über die Interstates des Mittleren Westens endlose Stunden überbrücken
müssen, lernt Bolt mithilfe seiner Freunde, sich zu verhalten wie ein echter
Hund. Selbst die knurrige Mittens ist von dem tapferen, zielstrebigen Hund
hingerissen – längst ist aus Zwang und anschließender Zweckgemeinschaft eine
echte Freundschaft geworden.
Die wird allerdings in Las Vegas, der nächsten Station auf der Odyssee, auf
eine harte Probe gestellt: Mittens will in der Stadt bleiben und hat sich
schon ein kuscheliges Plätzchen für sich und Bolt ausgesucht. Aber Bolt hält
unbeirrt an seiner Mission fest: Er will nach Hause zu Penny – schließlich ist
sie seine Besitzerin. Mittens dagegen ist davon überzeugt, dass Menschen
irgendwann ihre Tiere einfach zurücklassen. Offensichtlich hat die
Straßenkatze bittere Erfahrungen als Haustier sammeln müssen. Aber Bolt weiß:
Penny ist anders. Er verlässt Mittens und reist weiter Richtung Heimat.
Mittens überlegt kurz, ihren Freund einfach ziehen zu lassen. Aber da ist ja
noch Dino: Der eifrige Hamster ist immer noch begeistert bei der Sache und
rollt Bolt kurzerhand hinterher. Und auch Mittens erkennt: Sie will ihre neuen
Freunde nicht im Stich lassen.
Endlich ist die lange Reise beendet: Das Trio landet im sonnigen Los Angeles.
Wieder stehen Bolt ein paar hilfsbereite – und offensichtlich am Filmbusiness
nicht ganz uninteressierte – Tauben zur Seite. Bolt, Mittens und Dino finden
den Vögeln sei Dank den Weg zu seinem Filmstudio. Aber der freudig erregte
Bolt muss entsetzt mit ansehen, wie Penny den „neuen“ Bolt herzhaft knuddelt.
Geknickt tritt der treue Hund den Rückzug an – er hat nicht bemerkt, dass
diese Szene nur für die Kameras gespielt wurde. Erst Mittens kann Bolt
überzeugen, dass Penny nur ihn liebt.
Während Bolt noch mit sich hadert, ob er wirklich zurück ins Filmstudio kehren
soll, verpatzt sein Ersatz-Hund eine aufwendige Actionszene. Mit fatalen
Folgen: Im Nu steht das ganze Studio in Flammen – und Penny hängt hilflos an
einem Seil an der Decke. Als es schon fast zu spät zu sein scheint, eilt der
treue Bolt entschlossen zur Rettung seiner Besitzerin. Jetzt wird sich zeigen,
ob ein tapferer Hund auch ohne Superkräfte ein wahrer Held sein kann…