Natürlich
ist es ein freudiges Ereignis, wenn wir den lang ersehnten Welpen
endlich beim Züchter abholen. Vor allem die Kinder sind schier aus
dem Häuschen - und dennoch sollten gerade sie an diesem aufregenden Tag
vielleicht lieber daheim bleiben!? Schließlich ist das, was uns in
Hochstimmung versetzt, für den Hund ein ganz dramatisches Erlebnis: Er wird
dem Kreis seiner Geschwister entrissen und seine Mutter nie wiedersehen. Daher
wird man jeden unnötigen Trubel vermeiden und lediglich beruhigend auf den
kleinen Kerl einreden!
Am besten holt ein zweiter Erwachsener, der auf
den Rücksitzen des Wagens Platz nimmt, das jämmerlich fiepende Fellbündel auf
den Arm und redet beruhigend auf den Welpen ein.
Dabei sollten wir, neben einer wärmenden Decke,
auch ein paar alte Lappen zur Hand haben, da nicht auszuschließen ist, dass
dem jungen, noch unerfahrenen Hund speiübel wird und er durch die Schaukelei
des Wagens alsbald zu spucken anfängt!
Bereits zuvor haben wir alles Nötige für den
Einzug des neuen Familienmitgliedes besorgt und vorbereitet: Ein Körbchen oder
Lager zum Schlafen, einen Trink- und Wassernapf und natürlich das erste
Halsband sowie eine leichte, weiche Leine. Denn selbst große Rassen fangen mal
klein an, so dass zu Beginn des Hundelebens jene Halsbänder und Geschirre, die
wir später mal benötigen, ganz einfach zu schwer und zu weit sind. Wir müssen
also, selbst wenn der Welpe nie eine Leine zerbeißen sollte, von Anfang an
zwei oder drei Neuanschaffungen einplanen, weil der Hund, wie kleine Kinder
aus ihren Schuhen, aus seinem Geschirr heraus wächst …
Natürlich sollten, gerade bei jungen, noch
tolpatschigen Hunden, die Näpfe entsprechend robust und standfest sein.
Plastik ist daher kaum geeignet.
Freilich braucht man nicht gleich zu Beginn
einen Riesenvorrat an Futter und Leckereien einzukaufen. Die meisten Züchter
geben nämlich einen Zwei- oder Dreitagesvorrat jener Kost, an die der
Welpe gewöhnt ist, mit nach Hause. Und die sollte man niemals
leichtfertig - wenn, dann nur nach Rücksprache und auf Ratschlag des
Tierarztes -, umstellen. Denn jedes ungewohnte Fressen wird bei dem Kleinen,
der ohnehin noch nicht stubenrein ist, einen unerwünschten „Durchmarsch”
auslösen!
Ohnehin müssen wir damit rechnen, dass ein
Bächlein oder gar Häufchen auf dem Teppich die erste Freude über den
Familienzuwachs eintrübt. Da hilft es wenig, den kleinen Kerl auszuschimpfen.
Der weiß nämlich gar nicht, wie ihm geschieht und wird dann, in der ohnehin
völlig ungewohnten Umgebung, höchstens in Panik verfallen …
Am
besten, man bringt den Welpen zu seinem Bettchen und lässt
ihn - zumal dann, wenn er ruhig liegen bleibt -, als erstes ein wenig
verschnaufen. Bald wird seine Neugier siegen und er wird damit beginnen, sein
neues Reich und die vielen, fremden Gerüche zu erkunden. Dies dürfen wir dem
jungen Hund auch gerne zugestehen. Entdeckt er jedoch das Sofa, einen Sessel
oder Raum, der später tabu sein soll, für sich, dann müssen wir von Anfang an
durchgreifen und dem Kleinen freundlich, aber bestimmt klar machen, dass hier
Hunde nicht erwünscht sind. Sonst wird er nämlich später - zu Recht -, auf
diesem Privileg beharren, das wir ihm in der ersten Begeisterung zu
leichtfertig eingeräumt haben.
Ist der erste Stress vorüber, kann man dem
Kleinen auch was zu Fressen anbieten. Danach geht es am besten unverzüglich
auf die Wiese, damit der Welpe sich lösen kann. Natürlich
wird der junge Hund für sein erstes Geschäftchen über alle Maßen gelobt.
Dennoch müssen wir natürlich damit rechnen, dass im Verlauf der nächsten Tage
und auch Wochen noch so manches Malheuer in der Wohnung passiert!
Eine große Bewährungsprobe wird zudem die erste
Nacht: Natürlich vermisst der Welpe seine Mutter und die
Geschwister und wird sehr wahrscheinlich zu winseln anfangen. Die meisten
Experten empfehlen daher, eine lauwarme Wärmeflasche sowie einen Wecker ins
Hundebettchen zu geben, die dem Kleinen die Körperwärme und den Herzschlag der
Mutter vorgaukeln. Wenn dies nicht hilft, wird man den jungen Hund kurz
beruhigen, wenn er gar keine Ruhe gibt auch sanft tadeln, nie jedoch aus
seinem Lager holen oder gar auf den Arm nehmen. Zu viel Aufhebens um seinen
Trennungsschmerz - sei es nun in Form von Streicheln, Zureden oder „Umbetten”
-, würde das Problem nämlich nur verschärfen.
Falls sich die Nachbarn nicht gestört fühlen,
lassen wir den Kleinen auch ruhig mal fiepen. Er wird sich, wenn wir uns kurz
zeigen und ihm so klar machen, dass er nicht allein ist, bald beruhigen.
Auf keinen Fall holen wir den Welpen ins Bett
oder stellen sein Lager ins Schlafzimmer. Es sei denn, er soll ohnehin auf
Dauer dort schlafen?
Ansonsten jedoch bleibt das Körbchen genau
dort, wo wir es von Anfang an geplant haben. Schließlich sind gerade die
ersten Tage und Wochen von große Bedeutung.
Daher werden wir auch bald mit einfachen
Befehlen wie „Komm!”, „Sitz!, gesittetem Gehen an der Leine und „Bei Fuß!”
anfangen. Spielerisch zunächst, versteht sich. Wobei alles Verständnis für den
jungen Hund und die Freude an seinem Temperament stets mit einer gehörigen
Portion Konsequenz gepaart sein muss. Denn was Mäxchen nicht lernt, das lernt
Max nimmer mehr!
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