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Die Erziehung des Welpen – Teil 2

Die Mensch-Hund-Beziehung kann nur funktionieren, wenn der Mensch genügend Wissen über die Eigenschaften und Anforderungen der Spezies Hund hat. In Deutschland leiden rund 250 000 Vierbeiner unter dieser Krankheit: Ein Medikament, das die Entwicklung hemmt, gibt es bis heute nicht.

Die wichtigste Regel für ein erfolgreiches und harmonisches Zusammenleben ist, dass Sie als Mensch der Boss bzw. Rudelführer sind.
Viele Menschen machen den Fehler und übertragen ihre Bedürfnisse und Gefühle auf den Hund, es fällt ihnen schwer zu verstehen, dass ein Hund sich auch als unterstes Rudelmitglied wohl fühlt. Für einen Hund ist es nicht wichtig der Oberste zu sein, es ist viel wichtiger ein festes Gefüge zu haben. Sie als die Familie oder Menschen mit denen er lebt sind also sein festes Gefüge, sein Rudel. Es ist wichtig für einen Hund zu wissen wer der Boss ist, der gibt ihm nämlich Sicherheit, gibt ihm die Möglichkeit sich in bedrohlichen oder neuen Situationen richtig zu orientieren.

Normalerweise wird ein Hundewelpe mit 8 bis 10 Wochen von Mutter und Geschwistern getrennt, kommt in eine Familie und muss sich dort dann neu orientieren, wer Rudelmitglieder und Führer sind. In den meisten Fällen läuft das problemlos ab und der Hund als ein Meister der Anpassung hat schnell seine neue Position eingenommen. In anderen Fällen tauchen Probleme auf und nicht selten landen dann diese angeblichen Problemhunde im Tierheim. Diese Hunde fallen durch Aggressivität, extreme Angst oder einen enormen Freiheitsdrang auf und ihre Ex–Besitzer haben keine Lust mehr sich weiter damit auseinander zusetzen. Wenn Sie auch einen problematischen Hund haben (seit Welpenalter) müssen Sie sich erst einmal darüber im Klaren werden, dass Ihr Verhalten, Ihre Fehler in der Erziehung die Ursache für die Probleme sind.

mensch und hund

Mögliche Ursachen können zum Beispiel sein:

Ständiges Weglaufen

Sie müssen sich als erstes fragen, ob Sie Ihrem Hund genug Auslauf und Abwechslung bieten. Viele Leute meinen Sie haben einen großen Garten in dem der Hund rumlaufen kann und das reicht. Ein Hund ist aber ein soziales Wesen er braucht Abwechslung, Kontakt mit Artgenossen, muss spielen können, neue Gerüche aufnehmen, usw. Wenn Ihr Hund also ständig wegläuft, müssen Sie sich fragen ob es ihm nicht einfach nur zu langweilig ist. Andere Hunde sind es auch einfach nur gewöhnt alleine ihre Runden zu drehen, bei diesen Hunden hilft es, sie stärker in das Rudel einzubinden, denn in einem Rudel ist das Weglaufen nicht geduldet. Es handelt sich dabei um das unerlaubte Entfernen vom Rudel und wird von den Rudelmitgliedern bei Rückkehr bestraft.

Aggressives Verhalten

Ihr Hund hat sich entschieden die Rudelführung zu übernehmen. Aus Hundesicht gehören jetzt folgende Dinge zu seinen Aufgaben: der erste Kontakt mit Fremden, das Abwehren von Eindringlingen in Ihrem Revier, das Maßregeln der Rudelmitglieder, wenn sie seiner Meinung nach ihre Kompetenzen überschreiten. Er lässt sich selbst von Ihnen nichts mehr sagen, knurrt Sie unter Umständen an, reagiert nicht auf Ihre Befehle – er nimmt Sie einfach nicht für voll.

Hier sind ein paar wichtige Regeln um dem Hund seine Position zu verdeutlichen

Welpe liegt auf der Wiese

Futter

Achten Sie darauf, immer zuerst zu essen, und erst danach den Hund zu füttern. Viele füttern erst den Hund um die lästige Bettelei bei Tisch zu vermeiden, für den Hund sieht es dann aber so aus, als ob er der Chef ist, da er zuerst Futter bekommt und Sie dann seine Reste aufessen würden.

 

Schlafplatz

Ein Hund sollte nicht auf einem erhöhten Platz sitzen oder schlafen dürfen (Sessel, Sofa oder Bett). Das Sofa oder die Sessel sollten ausschließlich Ihre Sitzgelegenheiten sein, Ihr Hund soll auf seiner Decke oder in seinem Korb liegen.

Wenn Sie ihn mit auf dem Sofa oder dem Bett liegen lassen, bedeutet das für ihn, dass Sie ein gleichgestelltes Rudelmitglied sind, haben ihm somit nichts zu sagen. In einem Wolfsrudel haben die Führer auch immer besondere Liegeplätze, wenn diese dann unterwegs sind, legen sich die rangniederen Tiere auf diese Plätze, taucht jedoch ein höherer Wolf wieder auf, verschwinden sie sofort von diesen Plätzen.

Spazieren gehen

Wichtigste Regel ist, den Hund erst abzuleinen wenn er an der Leine vernünftig mitläuft. Viele Hundebesitzer sagen: „Ich lasse ihn immer frei laufen, weil er an der Leine so zieht!“ Wenn Ihr Hund ständig an der Leine zieht, signalisiert er Ihnen damit, dass er der Chef ist, denn in einem Rudel sagt immer der Führer, wo es lang geht. Eine gute Übung um Ihren Hund vom Gegenteil zu überzeugen ist die folgende (funktioniert am besten mit einer Ausziehleine): Sie gehen los und Ihr Hund hängt wie immer in der Leine, Sie bleiben einfach stehen, ziehen ihn nicht zurück und sagen auch kein Wort. Jetzt kommt es auf die Sturheit Ihres Hundes an, manche Hunde begreifen schneller als andere, dass sie so nicht weiter kommen. Ihr Hund wird unaufgefordert zu Ihnen zurückkommen, wahrscheinlich am Anfang Stück für Stück. Sie machen gar nichts, sondern bleiben einfach reglos stehen. Wenn Ihr Hund sich dann unaufgefordert direkt vor Sie gesetzt hat, warten Sie noch ein bisschen ab und gehen dann wieder ohne ein Wort zu sagen weiter. Das ganze wiederholen Sie jedes Mal, wenn er anfängt zu ziehen. Wenn Sie merken, dass das Ganze nicht viel bringt, warten Sie ab bis er sich in Ihre Richtung bewegt und gehen sie einfach zurück. Ihr Hund begreift so dass Sie den Weg und die Richtung bestimmen.

Begrüßung

Die meisten Hundebesitzer kommen nach Hause und der erste der begrüßt wird ist der Hund. Das ist falsch. Sie als der Chef im Rudel müssen erst einmal die Ranghöheren Mitglieder begrüßen, d. h. Mann, Frau, Kinder etc. Zeigen Sie Ihrem Hund deutlich, dass Sie sich begrüßen, nehmen Sie sich in den Arm, erst dann ist der Hund dran, egal wie er sich über Ihre Rückkehr freut.